Inhalt: Verkehrszentrale Travemünde
Der Neubau der Verkehrszentrale Travemünde wurde als Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck am 02. Oktober 1992 in Betrieb genommen.
Der Betrieb der Verkehrszentrale Travemünde
Die Verkehrszentrale Travemünde gliedert sich in die VTS (Vessel Traffic Services - nautisch internationaler Begriff für Schiffsverkehrsdienste)
- Trave Traffic
- Wismar Traffic
- Kiel Traffic
und ist 24 Stunden mit nautischem Personal des WSA Lübeck besetzt. Die Überwachung erstreckt sich über den gesamten Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck von der Flensburger Förde bis zum Leuchtturm Buk in Mecklenburg-Vorpommern. Die Verkehrszentrale arbeitet eng mit den Lotsenbrüderschaften, dem Küstenwachzentrum Ostsee, mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und dem deutschen Wetterdienst sowie den jeweiligen Hafenämtern zusammen.
Die Verkehrszentrale ist Ansprechstelle des WSA-Lübeck nach Dienstschluss sowie an Sonn- und Feiertagen.
Zur Gewährleistung der Sicherheit- und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs nimmt die Verkehrszentrale die folgenden Aufgaben wahr:
Verkehrsinformationen und Lagemeldungen
Ausstrahlung der Lagemeldung und von nautischen Warnnachrichten über- Verkehrslage, besondere Schiffsverkehre
- Wetterverhältnisse im jeweiligen Revier mit Wind- und Sturmwarnungen
- Wasserstände im jeweiligen Revier
- Sichtweiten in Travemünde, Wismar und in der Kieler Förde
- Unfälle auf dem Revier
- Schifffahrtsperrungen
- Bagger-, Taucher und Peilarbeiten
- Störungen an Schifffahrtszeichen
Verkehrs- und Revierüberwachungen
- Annehmen der Schiffsmeldungen
- Überwachung der Lotsenannahme lotspflichtiger Fahrzeuge
- Beobachten und Auswerten der Radarsichtgeräteinformationen
- Feststellen von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten
- Überwachung des Einhaltens von Schifffahrtspolizeilichen Genehmigungen und Verfügungen
- Wasserstandsüberwachung der Pegelstationen im gesamten Aufsichtsbereich von Flensburg bis Timmendorf auf der Insel Poel
- Sichtweitenüberwachung
- Fernüberwachung der festen Schifffahrtszeichen (Leuchtfeuer, Richtfeuer und Sektorenfeuer) für den gesamten Aufsichtsbereich
Eine Gewährleistung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs erfolgt durch die Erfassung der meldepflichtigen Fahrzeuge und durch eine hiermit verbundene direkte und indirekte Verkehrsregelung und Verkehrsunterstützung.
Bei Entgegennahme von Not- und Schiffsunfallmeldungen erfolgt die Einleitung von Sofortmaßnahmen durch Weiterleitung an die zuständigen Hilfsorganisationen. Das Maritime Lagezentrum in Cuxhaven sowie die Leitung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck wird informiert. Bei treibenden Gegenständen im Fahrwasser, welche die Schifffahrt gefährden können, wird der zuständige Außenbezirk informiert, der dann die Bergung durchführt.
Verkehrsregelung
Ergeben sich aus der Verkehrs- und Revierüberwachung Gefahren für die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs, werden von den Nautischen Wachhabenden geeignete Maßnahmen zur Abwehr dieser Gefahren getroffen. Das Spektrum der Vorgehensweise reicht von der Information bis hin zu einer schifffahrtspolizeilichen Verfügung.
Nach über zehn Jahren erfolgreichem Wirkbetrieb laufen zur Zeit die Planungen für die Modernisierung der technischen Einrichtungen in der Verkehrszentrale. Im Zuge dieser Maßnahme wird auch die AIS-Technik (Automatic Identification System) berücksichtigt.