Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Leuchtturm Friedrichsort

LT Friedrichsort (40.157 Bytes)

LT Friedrichsort Bildergalerie Leuchtturm Friedrichsort

Geographische Lage
WGS 84 Koordinaten:
54°23.433' nördliche Breite
10°11.604' östliche Länge
Bauzeit 1965 bis 1971
Baumaterial Stahlbeton
Turmhöhe 31,7 m
Lichtpunkthöhe 32,6 m

Standort

Der Leuchtturm Friedrichsort steht an der Friedrichsorter Enge 54°23’ N und 10°12’ E, in der Kieler Förde, nördlich des Nord-Ostsee-Kanals. Das Zentrum der Landeshauptstadt Kiel liegt von hier aus nur wenige Kilometer entfernt. Die Landschaft ist in nördlicher Richtung geprägt von bewaldeten Ufern und Strandlandschaften mit steinigem und abschnittsweisem feinem Sand. In Südlicher Richtung werden die Bebauungen dichter. Werften und Industrieanlagen verändern das Bild der Kieler Förde ohne den schönen maritimen Eindruck zu sehr zu trüben.

Wanderer können vom Leuchtturm aus bis zur nordwestlichen Landseite der Kieler Förde bis nach Bülk gehen, und dabei immer in der Nähe des Wassers bleiben. Auf dem Weg laden die Orte Schilksee und Strande zum Verweilen ein. Die Kieler Förde hat am Standort des Leuchtturms Friedrichsort ihre Engstelle mit ca. 1,9 km Breite. Hier verkehren Seeschiffe aus dem Nord-Ostsee-Kanal mit einer Länge von 235 m oder auch einer Breite von bis zu 32,5 m und noch weitaus größere Schiffe die den Hafen Kiel anlaufen - darunter beeindruckende Passagier- und Kreuzfahrtschiffe die jedes Mal so auch ein Teil des maritimen Stadtbildes von Kiel werden.

Aufgabe

Der Leuchtturm Friedrichsort ist ein Leit-, Quermarken- und Orientierungsfeuer. Der Leitsektor weist lichtstark den sicheren Weg der von See kommenden Schifffahrt um die Untiefen des Klever Berg und Au-Haken in der Kieler Förde.

Neben den Seeschiffen mit größerem Tiefgang wird die Kieler Förde auch viel von der Freizeitschifffahrt genutzt, die gerade bei Dunkelheit auf die Feuer und Leuchttonnen in diesem anspruchsvollen Revier angewiesen sind.

Technik

Das 31,7 m hohe Bauwerk ist ein runder weißer Stahlbetonturm mit grün/weiß gebänderter Gallerie. Seine Erbauung dauerte von Februar 1969 bis Oktober 1971. Die Gründung des Turmes ruht auf 12 bis zu 36 m langen Lorenzpfählen. Als Bauebene und zum Kollisionsschutz für den Turm wurde eine ungefähr 1500 m² große Sandinsel aufgespült. Im Norden wird der Turm von einer Findlingsmauer geschützt. An der Mauer schließen feuerverzinkte Stahlspundbohlen an, und schützen so den Turm und die Sandinsel ringsrum. Der Turmschaft hat einen Durchmesser von 3,5m. Er wird bei Dunkelheit angestrahlt. Zudem werden Nebelfeuer bei geringen Sichtweiten eingeschaltet.

Auf dem Turm ist heute die Gürteloptik aus dem Jahr 1937 (1936) im Betrieb und dient zur Bezeichnung der Sektoren. Die Brennweite der Optik beträgt 250 mm. Das etwa 28.000 cd starke Leitfeuer wird von einer 400 W Halogen-Metalldampflampe in einem eigenen Leuchtenapparat mit Optik und Umlaufblende erzeugt.

Vergangenheit

Die Friedrichsorter Enge wird seit 1815 befeuert. Zuerst stand ein Leuchthaus auf der Prinz-Georg-Bastion der alten Festung. 1853 entstand auf der vorgelagerten Sandbank eine eiserne Leuchtbake, die 1864 durch Eis zerstört wurde. Dieser Leuchtturm wurde 1866 erneut aufgebaut. 1889 wurd das Feuer auf rund 14,5 m Höhe aufgestockt und erhielt zur Olypiade 1936 die große Laterne. Der Turm wurde nach über 100 Jahren durch einen “neuen” Leuchtturm Friedrichsort, nur wenige Meter vom vorherigen Standort, ersetzt. Die Reste des alten Leuchtturmes sind noch heute zu sehen. Die große Laterne wurde, nachdem der neue Turm am 29. Oktober 1971 seine Inbetriebnahme erfuhr, wieder zu einer Olypiade in Deutschland von der Stadt Kiel damals übernommen und in der Innenstadt am alten Bootshafen aufgestellt. Der “neue” Leuchtturm Friedrichsort wurde 1990 mit einem Nebelfeuer ausgestattet. Der Turmschaft wurde saniert und erhielt eine weiße Aluminium Verkleidung.

Gegenwart

Der Leuchtturm Friedrichsort bieten der Schifffahrt nach wie vor zuverlässige Informationen für die Navigation. Der Leuchtturm ist ferngesteuert und fernüberwacht und mit redundanten Anlagen ausgestattet. Die Anforderungen an ein hohe Verfügbarkeit ist mit der vorhandenen Ausstattung stets gewährleistet.

Der Leuchtturm Friedrichsort wird durch uns auch künftig auf dem Stand der Technik gehalten. Dadurch ist und bleibt er ein modernes Schifffahrtszeichen, auch in einer Zeit mit elektronischer Navigation.